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AP4 - Hochdruckzapfsäule


Gereinigtes Biogas kann aus dem Gasnetz für stationäre und für mobile Anwendungen genutzt werden. In einem ersten Schritt sind Erdgasfahrzeuge als Zielmarkt für aufbereitetes, im Gasnetz durchgeleitetes Biogas ("Virtuelles Biogas") angedacht, weil hier die Wirtschaftlichkeit durch das hoch besteuerte Konkurrenzprodukt (Dieselkraftstoff) leichter erreichbar ist und weil nach der Biofuels Directive der EU und der Österreichischen Kraftstoffverordnung Bio-Treibstoffe in den Markt gebracht werden sollen.

Problematisch ist, dass derzeit der Marktanteil von Gasfahrzeugen generell sehr gering ist (ca. 0,01%). Eine der Ursachen dafür ist die geringe Reichweite der Gasfahrzeuge (ca. 300 km mit einer Gasfüllung). Durch eine Anhebung des Drucks auf 300 bar soll daher die Gasmenge, die in den Fahrzeugen gespeichert werden kann, vergrößert werden und dadurch die Reichweite um rund 30% gesteigert werden.

Die nahe liegende Lösung, die Wandstärke der Druckgasflaschen im Fahrzeug zu erhöhen und dadurch den zulässigen Fülldruck anzuheben, ist nicht durchführbar, weil das zusätzliche Gewicht in herkömmlichen PKWs nicht unterzubringen ist. Die Gasflaschen müssen daher aus leichten Materialien hergestellt werden (z.B. Aluminium, faserverstärkte Kunststoffe). Für die sichere und reproduzierbare Herstellung solcher Flaschen geeignete Materialien und Herstellprozesse müssen erst entwickelt und grundlegende Kenntnisse dafür erst geschaffen werden.

Für die sichere Betankung von Fahrzeugen verschiedener Druckstufen (Altfahrzeuge und neue Fahrzeuge mit erhöhtem Systemdruck) müssen Zapfsäulensysteme entwickelt werden, die ein Befüllen mit zu hohem Druck sicher verhindern - „intelligente Zapfsäule“.