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AP3 - Verrechnung, Zertifizierung und Wirtschaftlichkeit


Während es für Ökostrom bereits ein anerkanntes Verrechnungsverfahren gibt, muss sich ein solches für Biogas im Netz (Biomethan) erst etablieren. Dafür ist auch dessen eindeutiger Nachweis wichtig, dass nämlich an die KundInnen maximal die eingespeiste Menge Biogas abgegeben wurde, die im Netz verfügbar war. Die Koordination der Einspeisung einer Biogasanlage ins Gasnetz sowie die Verrechnung der eingespeisten Gasmengen mussten im Rahmen dieses Projekts weitestgehend erarbeitet werden.

Im Gegensatz zu Strom, der in beide Richtungen über Transformatoren fließt, fließt Gas über Druckreduzierstationen immer nur in der Richtung von der höheren Druckstufe zur niedrigeren Druckstufe. Die Vorgangsweisen im Stromnetz sind daher für das Gasnetz nicht 1:1 anwendbar. Gleich ist jedoch, dass in ein abgeschlossenes System die „Regelzone Ost“, welche vom Burgendland bis zur Grenze von Tirol reicht ein regenerativer Energieträger eingespeist wird; es kann daher über Zählerstände genau nachvollzogen werden, was in diese Regelzone ein- bzw. ausgespeist wurde. Diese „virtuelle“ Verrechnung des Biomethans ist also analog zu jener des Ökostroms angelegt, wobei die Aufbringung über das Jahr größer oder gleich der von den KundInnen verwerteten regenerativen Primärenergie sein muss. Biomethan hat dabei gegenüber Ökostrom einen großen Vorteil: da das Gasnetz wie ein großer Puffer wirkt, ist es kurzfristig speicherbar. Der Saldo muss dennoch jahresweise am Markt mit Zu- oder Verkäufen ausgeglichen werden. Diese Verrechnung ist heute bereits standardisiert und durch die verpflichtende jährliche Wirtschaftsprüfung der Unternehmen legitimiert. Zusätzlich zu dieser Rechnungsprüfung hat sich EVN als einer der ersten Energieversorger dazu entschlossen, freiwillig auch den technischen Nachweis für die einwandfreie Produktion und Verwertung des EVN-Biomethans zu erbringen. Diese Überprüfung wird seit 1. Oktober 2008 jährlich von TÜV AUSTRIA SERVICES GMBH für die EVN Wärme GmbH durchgeführt, wobei:

  • die produzierenden Anlagen und ihre Rohstoffe,
  • sämtliche Zähleranlagen und Anschlüsse,
  • die Verwertungsanlagen (Nahwärme, BioCNG-Tankstellen, Ökostrom, Ausspeisepunkte in andere Netze),
  • die dazugehörigen Verträge und Rechnungen, sowie
  • die Kennzeichnungen und Ausstellung von Zertifikaten

in den Untersuchungsrahmen der Prüfung einfließen. Nach erfolgter positiver Prüfung entsprechend dem TÜV-Kriterienkatalog wird der Prüfbericht für die „Nachgewiesene Biomethanherkunft“ ausgestellt – abweichende Mengen müssen im darauf folgenden Geschäftsjahr ausgeglichen werden. Die Zertifizierung ist darauf ausgelegt, dass auch alle anderen Partner diese bei Bedarf übernehmen und umsetzen und so den eindeutigen Nachweis schrittweise breiter etablieren können. In jedem Fall können Kunden so sicher sein, heimisches Biomethan geliefert zu bekommen.

In weiterer Folge werden auch die Verrechnungen entsprechend angepasst, um im Rahmen der Kundenrechnung den Anteil an bezogenen Biomethan klar ersichtlich zu machen.

In weiterführenden Subprojekten werden drüber hinaus Fragen der Wirtschaftlichkeit der Biogas-Netzeinspeisung behandelt.